Sebastian hat von der Bücherei Sydney eine Ausleihkarte (bei seinem Bücherkonsum hätten wir viel Übergepäck bei der Rückreise zu zahlen, wenn wir die alle kaufen würden). Diese Bücherei ist in 6 oder 7 Niederlassungen in verschiedenen Stadtteilen aufgeteilt. Da Desi sich z.Zt. auf den neuen Harry Potter Film, welcher auch hier im November erscheinen wird, vorbereitet, hat es uns gestern in unser Lieblingsviertel „Kings Cross“ verschlagen. Dort war der dritte Teil „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ vorhanden. Außerdem mussten wir auch direkt die Hörbücher zum zweiten und dritten Teil mitnehmen. Natürlich auf Englisch, versteht sich ja wohl von selbst J. Sebastian hatte außerdem das Verlangen, endlich mal einen Friseur aufzusuchen. Eigentlich wollten wir dafür direkt in die City, aber es soll ja auch Friseure in Kings Cross geben (oder solche die es meinen zu sein). Wir sind die Darlinghurst Road einmal hoch und runter gelaufen (als wir noch auf der Suche nach der Bücherei waren). Dabei haben wir auch einige Friseure gesehen. Sahen alle etwas abgefuckt (sorry) aus, aber alle anderen Lokalitäten sehen auch so dort aus (ist auch zum Großteil alles „Erwachsenengewerbe“ dort). Also ist Sebastian zielstrebig in den nächsten Salon reingegangen. Oder besser gesagt, wir haben die Kammer des Schreckens betreten. Man ist vom Bürgersteig direkt Treppen in einen dunklen Keller hinabgegangen. Zur rechten war eine kleine Vitrine. Der Inhalt war leider nicht identifizierbar, da der Staub eigentlich alles verdeckt hat. Die Treppen waren „etwas verdreckt“ und ein modriger Geruch zog uns in die Nase je weiter wir nach unten gelangten. Was wir auf den ersten Blick sahen, konnte man als Salon nicht wirklich beschreiben. Eigentlich fehlen uns ein bisschen die Worte. Sebastian war bereits unten angekommen, während Desi noch auf der Hälfte der Treppen stand und überlegte, ob sie nicht besser wieder nach oben gehen sollte. Dann kam ein lustloser, stinkender Asiate und bat Sebastian auf einem sehr alten Stuhl platz zu nehmen. Zu Desi gab er irgendwelche Handzeichen, sie solle sich auf einer an der Wand stehenden Bank niederlassen (So eine wie wir aus dem Wald oder an der Straße kennen). Da war wohl kein zurückgehen mehr für Desi und Sie schlich langsam in den Abgrund. Sebastian erklärte dem Mann nun, was er gerne für einen Schnitt wollte (12 mm an den Seiten mit der Maschine geschnitten und oben drauf mit der Schere etwas länger). Ob er es verstanden hat????? Bis dahin hat er kaum gesprochen und für den weiteren Besuch war kein Wort mehr von ihm zu erwarten. Nun musste Sebastian dran glauben. Er bekam mit Toilettenpapier den Hals abgeklebt (nicht wie in Deutschland mit Krepppapier). Man wusste auch nicht immer was er vor hatte. Desi saß die ganze Zeit auf einem kleinen Stückchen Bank (bloß nicht zu viel berühren) und hat den Laden genauestens mit einem dauerhaften Grinsen begutachtet. Man hätte meinen können, sie hätte irgendwas genommen. Ihre Gedanken waren am kreisen. Vor allem dachte sie sich: „Naja, egal was dabei rauskommt, die Haare wachsen ja schnell wieder nach! Und außerdem ist Sebastian alt genug zu entscheiden, was mit ihm passiert und was nicht.“ Weiterhin konnte sie nicht aufhören sich umzugucken. Was war das, wo wir hier gelandet waren? Es standen zwei alte Stühle vor einem langen Spiegel, eine alte Bank, auf der man warten konnte. Es gab einen Wasserkocher, aber kein Waschbecken. Es wurde auch Haarfärbemittel angeboten. Bei uns wird der gewünschte Farbton extra gemischt. Hier waren Fertigmischungen im Angebot. Aber ohne Waschbecken?? Der Boden und alles andere war echt richtig dreckig. Es gab kein Fenster, denn wir befanden uns ja im Untergrund. Es war echt unglaublich. Sebastian bekam den ganzen Kopf mit einem Wasserzerstäuber eingesprüht (währenddessen er sich die ganze Zeit fragte ob das Wasser aus dem Zerstäuber schon „umgekippt“ war). Leider hatten wir keinen Fotoapparat dabei, das hätte man echt festhalten müssen. Als Sebastian dann fertig war ging es zum bezahlen. Der Mann sagte nichts. Sebastian gab ihm einen $ 50 Schein. Dann packte der Mann einen $ 20 aus. Später einen $10 und dann noch einen $5. Naja, wenigstens war der Besuch günstig. Und eins muss man lassen, er war zwar grob, aber oft sah Sebastian in Deutschland schlimmer aus, wenn er vom Friseur kam. Außerdem hatten wir die nächste Halbe Stunde echt richtig viel Spaß, da wir gar nicht glauben konnten, was wir dort erlebt hatten. Hoffen wir nur, dass es keine Spätfolgen wie Flöhe, Läuse oder sonstige Ungeziefer an ihm gibt.
Sonntag, 3. Oktober 2010
Allgemeines
Na super, jetzt haben wir euch von unserem schönen Wetter berichtet. Hätten wir besser nicht getan, da wir seit diesem Zeitpunkt eigentlich nur schlechtes Wetter haben. Es ist wieder kühl geworden, stürmisch und vor allem verregnet. Heute ist hier der schlechteste Tag seit unserer Anreise. Wir haben und werden heute keinen Fuß vor die Türe setzen. Und auch die Vorhersagen für die nächsten Tage sind eher schlecht. Am Dienstag wollen wir nach Bondi. Dort ist natürlich auch der berühmte „Bondi Beach“. Das wäre bei schönem Wetter die Gelegenheit den netten Tierchen aus dem Meer mal „Hallo“ zu sagen. Aber wie es aussieht wird dies wohl sprichwörtlich „ins Wasser fallen“. So, genug zum Wetter.
Heute haben wir die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt. Wir sind jetzt nicht mehr 8 Stunden vor euch, sondern 9 Stunden.
Wir wünschen euch trotz des sonntags einen schönen Feiertag. Wir haben übrigens morgen einen Feiertag.
Freitag, 1. Oktober 2010
Kontaktdaten
Manche Sachen häufen sich… Innerhalb der letzten Woche wurden wir von 2 Lesern darauf angesprochen, dass unsere Kontaktdaten noch gar nicht bekannt sind (toll, deswegen bekommen wir keine Postkarte aus unserer gern bereisten Türkei). Also ändern wir das mal ganz schnell J.
31/20 Carabella Street
Kirribilli
Sydney NSW 2061
Australia
oder:
Unit 31
20 Carabella Street
Kirribilli
Sydney NSW 2061
Australia
mobil Seppi: 0061 451 818 665
mobil Desi: 0061 451 822 030
Wir haben schon einige Anrufe mit unterschiedlichen Vorvorwahlnummern erhalten, die beste Sprachqualität gibt es mit der 01029 (danke Leuchti).
Falls uns also jemand gerne einen Brief oder ein Carepaket schicken möchte, würden wir uns sehr über ein Päckchen Vanillepudding freuen (sind seit Tagen auf der Suche danach, da Seppi einen Kuchen backen möchte). Desi hat sich lange mit einem Verkäufer über Vanillepudding unterhalten, mit dem Resultat, dass es hier wohl keinen Vanillepudding gibt. Na toll, wenn man so etwas weiß, ist das Verlangen natürlich am größten.
Auch über so etwas würden wir uns freuen:
J
( Päckchen ist ja sogar schon gepackt)
Mittwoch, 29. September 2010
The summer is coming
Juhu, lange nichts mehr gehört von uns?!?!
Irgendwie sind wir in letzter Zeit nicht dazu gekommen, weitere Einträge in unseren Blog zu stellen. Aber in Kürze werden wir noch mal ein bisschen berichten. Aber was wir Euch eigentlich mitteilen wollten, der Sommer ist im Anmarsch (wie der Titel schon sagt). Die letzten Tage hatten wir herrliches Wetter. Bestimmt 25°C und mehr. Eigentlich kann es so bleiben, aber wir fürchten, dass es wohl noch wärmer (oder man kann dann wohl heißer dazu sagen) wird. Unsere langen Hosen können so langsam im Schrank verschwinden und vor allem die Jacken. Morgens sitzt Desi schon einmal 15 Minuten am Balkon. Aber es wird ihr dort schnell zu warm und sie ist dann auch leicht rot (trotz Sonnencreme und der kurzen Dauer). Hier gibt es Sonnencreme in 1 Liter Fässchen und auch mehr. Werden wir uns wohl bald auch mal zulegen müssen.
Donnerstag, 16. September 2010
Barista Kurs
Naja, um 10 Uhr mussten wir in der Schule erscheinen. Dort erwarteten uns einige Espressomaschinen und 8 weitere Kaffeeschüler. Zu Beginn gab es erst einmal einen einstündigen Vortrag über die Kaffeebohne, Röstung und so weiter. Theorie halt.
Danach wurden uns die einzelnen Kaffeesorten vorgemacht und wir durften uns selbst an der schicken Maschine testen. Selbst unsere nicht Kaffeetrinkerin Desi hat fleißig all ihre selbstgebrauten Kaffees getestet. Blöd war nur, dass direkt mit dem „Short Black“ oder auch Espresso begonnen wurde. War gar nicht ihr Geschmack. Weitere Sorten die wir lernten, waren: Long Black, Caffé Latte, Macchiato, Flat White, Cappuccino und Mocha.
Nach etwa 2,5 Stunden hatten wir dann erst einmal eine Kaffeelose Pause und haben die Sonne im Hyde Park genossen. Nach der Pause wurde uns einige Tipps zum dekorieren von Cappuccino & Co gezeigt. Nun begann der richtig praktische Teil. Wir durften nach belieben alle Kaffeetypen 3 Stunden lang ausprobieren. Mit dekorieren, ohne dekorieren. Mal musste die Milch aufgeschäumt werden, mal braucht man für den gemixten Kaffee keine Milch. Maschine sauber machen und den nächsten brauen… Eine Schande für alle Kaffeetrinker: Sowohl die Milch als auch der Kaffee wurden zu 98% im Waschbecken versenkt. So viel Kaffee konnte man gar nicht trinken.
Am Ende des Kurses mussten wir beide einen schriftlichen Test bestehen, um uns offiziell einen Barista schimpfen zu dürfen. Aber auch das haben wir Bravour bestanden. Wir hatten eine Menge Spaß und Seppi freut sich schon auf die Espressomaschine, die er unbedingt nach unserer Rückkehr von seinem ersten deutschen Gehalt kaufen möchte.
Wohnung; 31/20 Carabella Street
So, jetzt haben wir seit einem halben Jahr wieder eine eigene Wohnung, oder besser gesagt ein kleines süßes Apartment. Es liegt im Viertel „Kirribilli“. Ein sehr schönes, zentrales aber ruhiges Viertel. Da voraussichtlich die wenigsten von Euch uns besuchen kommen, stellen wir nachfolgend einfach ein paar Bilder in unseren Blog. Vielleicht könnt ihr euch das dann besser vorstellen.
| Bett + Balkontür |
Noch ein paar Informationen. Wir sind etwa 100 Meter vom Kirribilli Fährhafen entfernt. 2-3 Mal stündlich fährt hier eine Fähre in 6 Minuten zu Circulay Quay. Circulay Quay ist in Sydney der Hafen wo die meisten Fähren ihren Weg an alle möglichen Orte beginnen und auch Kreuzfahrtschiffe anlegen. Außerdem ist Cirqualay Quay zwischen der Oper und der Harbourbridge.
| Wohnzimmer |
In etwa 8 Minuten erreichen wir zu Fuß den Bahnhof Milson’s Point. Dieser ist genau an der Harbourbridge und wir müssen nur eine Station bis in Business District oder zwei Stationen in die Stadtmitte fahren. Ein Zug kommt alle 5-10 Minuten.
![]() |
| Google Map: Bei A liegt unsere Wohnung |
Eine Bushaltestelle ist genau vor unserer Haustür. Aber vom Bus fahren haben wir hier echt keine Ahnung und haben es auch noch nie ausprobiert. Fakt ist aber, dass dieser Bus nicht sehr oft hier vorbeikommt. Man sollte besser nicht auf ihn warten, sondern die Fähre oder den Zug nehmen.
| Küche |
Möchte man sich lieber fit halten, kann man in die Stadt über die Harbourbridge auch zu Fuß laufen (20 Minuten) oder aber joggen (wie die meisten Australier). Merke: Australier sind Outdoormenschen. Sie sind schon früh morgens im freien unterwegs. Sehr viele joggen durch die Stadt. Und man muss sagen, es gibt kaum dicke Menschen. Ehrlich. Sport steht hier ganz oben. Am Sonntag findet hier der Sydneymarathon statt. Nach reichlichen Überlegungen haben wir uns dagegen entschieden, daran teilzunehmen J.
| Ausblick vom Balkon aus |
So, hört sich also alles sehr gut an, oder? Zumindest wenn man mal im Hickengrund oder Würgendorf wohnte und es dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eher bescheiden aussah. Es gibt aber auch einen großen Nachteil in Kirribilli. Es gibt nicht wirklich die Möglichkeit Lebensmittel zu kaufen. Also müssen wir immer einen weiten Weg hinter uns bringen, wenn wir unseren Kühlschrank füllen möchten. Dies müssen wir spät. jeden zweiten Tag. Denn: Wir haben kein Auto und müssen alles in Rucksäcken nach Hause tragen!!! Echt ganz schön schwer, vor allem die Getränke. Oh man, war das ein Luxus mit dem Auto Einkaufen zu fahren. Man konnte für eine oder auch zwei Wochen Einkaufen. Aber eines können wir hier beibehalten. Shopping bei ALDI. Den gibt es nämlich auch in Australien.
| Diese netten Papageien saßen bei uns vor der Haustür! |
Möchtet ihr uns nun endlich besuchen kommen? Eure Anfragen nehmen wir gerne per E-Mail entgegen J.
Mittwoch, 8. September 2010
2. und 3. Woche in Sydney:
In der zweiten und dritten Woche in Sydney war unser Sprachkurs mit Unterkunft in einer Homestayfamily. Das hatten wir kurzfristig gebucht und bekamen die Bestätigung erst kurz vor Beginn. Einzug in unsere Familie war am Samstag. Also riefen wir morgens unsere Gastmutter Jill an, um ihr mitzuteilen, wann wir bei ihr eintreffen würden. Diese war total geschockt und sagte nur: „Gosh, I have mixed.“ (Gosh ist wie damn; beides aber eher harmlos; hier hört man auf der Straße eher shit und f…)
Toll, sie hatte uns erst einen Tag später erwartet und war überhaupt nicht vorbereitet. Dennoch durften wir abends anreisen. Was gar nicht so einfach war. Wir hatten uns im Vorfeld erkundigt, bei welchem Bahnhof wir aussteigen mussten und uns auch eine Karte im Hotel ausdrucken lassen (leider standen dort nur große Straßen drauf). Wir also am Bahnhof angekommen, mit 2 großen beladenen Rucksäcken, unserem kleinen Trolli und Seppi noch mit seinem Stadtrucksack und wussten trotzdem nicht so richtig wohin. Wir wurden sofort von einem Teen angesprochen, wo wir hin wollten und ob er helfen könnte (echt nett, gibt es bei uns eher nicht). Wir sind seinen Anweisungen auch gefolgt, aber irgendwie mussten wir eine Straße übersehen haben. Gott sei Dank war Rettung in Sicht. Es kam uns ein Pärchen in unserem Alter entgegen, die wir um Rat fragten. Leider wussten diese zwei auch nicht, wo wir wirklich hin mussten. Was dann passierte war für uns echt unglaublich. Der Mann holte sein Handy raus und rief einen Freund an, der wiederum nach unserer Straße googlete und ihm den Weg erklärte. Bis hier hin schon ein feiner Zug, aber es wurde noch besser. Die zwei haben uns dann bis zur Haustüre gebracht, obwohl es nicht auf ihrem Weg lag und auch noch ein Stückchen entfernt lag. Echt Hut ab, kennen wir leider nicht aus Deutschland. Die Unterkunft für die nächsten 2 Wochen lag in dem Viertel Crows Nest. Eigentlich ein nettes Viertel und nur 4 Stationen mit dem Zug vom Zentrum entfernt. Beeindruckend ist wirklich, dass wir hier in einer Millionenstadt leben und eigentlich nur im Zentrum einige Hochhäuser stehen. Crows Nest bestand fast nur aus kleinen, niedlichen Häusern. Vielleicht ähnlich wie in England. Fleißig besuchten wir nun 2 Wochen die Schule. Sehr interessant war es auf die verschiedenen Nationalitäten zu treffen. Es waren einige Europäer, einige Südamerikaner und Asiaten dort. Eigentlich gleichmäßig aufgeteilt. Wobei man muss uns deutsche ja echt loben, wir sprechen wohl das beste Englisch und werden alle sehr hoch eingestuft. Die meisten Südamerikaner und vor allem Asiaten werden weit unten eingestuft. Dort hat Desi auch ihren speziellen Freund Andrew getroffen.
Andrew isst gerne Hund und möchte Koala probieren. (Gott sei Dank ist das hier beides illegal). Von nun an war ihre Hauptaufgabe Andrew zu bekehren. Immerhin hat er jetzt schon einmal Nutella für sich entdeckt.
Bei unserer Gastfamilie haben wir nicht so viel erlebt. Jill lebt prinzipiell alleine. Sie hat ein Zimmer an eine Studentin oder Arbeitslose (haben wir noch nicht so richtig verstanden) vermietet. Diese ist aber fast nie da. Und Jill naja, wie sollen wir sagen, haben wir kaum gesehen. Sie geht ins Bett, da sind wir noch nicht aus der Schule zurück (das ist meistens so gegen 18 Uhr) und sie steht auf??? Keine Ahnung, da wir nämlich schon in der Schule sind (gehen so gegen 8.50 Uhr aus dem Haus). Also ist der Sinn und Zweck einer Gastfamilie leider verfehlt. Haben dort nicht so viel englisch reden können. Aber wenn wir Sie gesehen haben, war Sie schon sehr nett. Hat sich halt eher auf das Wochenende beschränkt.
Langsam mussten wir uns auch Gedanken machen wie unsere Zukunft hier unten so weitergehen sollte. Sydney gefiel uns super gut, aber wollten wir hier länger bleiben? Werden wir hier Arbeit finden? Wird es woanders besser sein? Wollen wir ein ganzes Jahr nur reisen und nebenher ein paar Gelegenheitsjobs machen? Jede Nacht eine andere Unterkunft? Oder doch lieber ein Camper ohne Dusche und Toilette?
Entscheidung ist gefallen. Und zwar für Sydney. Wir Dorfkinder fühlen sich hier in der großen Stadt eigentlich Pudelwohl und möchten dieses Leben hier erst einmal weiter genießen. Und es schaffen vielleicht einen vernünftigen Job für längere Zeit zu bekommen (macht sich für den Lebenslauf immer gut) und eine eigene Wohnung. Man wir wollten schon immer einmal in einer Großstadt leben (okay, eher Desi).
Also machten wir uns aktiv neben (teilweise auch während) der Schule auf Wohnungssuche. Auch dabei kann man in Australien viel erleben und auch wieder viel Neues dazu lernen. Voraussetzung für die Wohnung: Sie muss möbliert sein und zentral liegen. Das war gar nicht so einfach. Die Wohnungspreise sind hier horrend, sie liegen zwischen 350-450 $ für ein 1 Zimmer Appartement (leider pro Woche). Unsere erste Besichtigung war der pure Horror, 30 Leute schauten sich mit uns diese Wohnung an (oder eher ein vielleicht 15qm Loch). Sie lag im Central Business District, aber das war nicht das schlimme. Als ich das Zimmer sah waren meine ersten Worte: „Desi pack hier bloß nichts an!!!“, im englischen würde ich diese Wohnung wohl als „very shabby“ (von da Desi’s Lieblingswort) bezeichnen. Das Klo war so was von vollge…… Das da überhaupt jemand gewohnt hat. Kennt man höchstens aus dem TV. Ab da wurde es aber Gott sei dank besser. Die nächsten Wohnungen waren dann größer aber trotzdem irgendwie nicht unser Fall, viel zu alt. Am Donnerstag dann hatten wir endlich unsere Traumwohnung gefunden, schlappe 400 Bugs die Woche. Ein voll eingerichtetes kleines 35qm Appartement. Und das Beste: mit Blick auf den Hafen und das Meer. Na seid ihr jetzt neidisch????
Echt klasse Ausblick. Aber noch war sie nicht uns, erst mussten wir einmal einen Antrag stellen, die sind hier was Mietobjekte angeht sehr genau. Was die alles wissen wollten, echt der Wahnsinn. Also Seitenweise ausfüllen und dann haben wir echt gebangt, da es angeblich noch einen weiteren Bewerber gab. Und naja, wir sind Ausländer und bis dahin ohne Job. Aber während der Schulzeit kam freitags Morgen der erlösende Anruf. Wir haben das Apartment. Am Samstag konnten wir nach unserem Abschied bei der Gastmutter dann direkt einziehen.
Toll, sie hatte uns erst einen Tag später erwartet und war überhaupt nicht vorbereitet. Dennoch durften wir abends anreisen. Was gar nicht so einfach war. Wir hatten uns im Vorfeld erkundigt, bei welchem Bahnhof wir aussteigen mussten und uns auch eine Karte im Hotel ausdrucken lassen (leider standen dort nur große Straßen drauf). Wir also am Bahnhof angekommen, mit 2 großen beladenen Rucksäcken, unserem kleinen Trolli und Seppi noch mit seinem Stadtrucksack und wussten trotzdem nicht so richtig wohin. Wir wurden sofort von einem Teen angesprochen, wo wir hin wollten und ob er helfen könnte (echt nett, gibt es bei uns eher nicht). Wir sind seinen Anweisungen auch gefolgt, aber irgendwie mussten wir eine Straße übersehen haben. Gott sei Dank war Rettung in Sicht. Es kam uns ein Pärchen in unserem Alter entgegen, die wir um Rat fragten. Leider wussten diese zwei auch nicht, wo wir wirklich hin mussten. Was dann passierte war für uns echt unglaublich. Der Mann holte sein Handy raus und rief einen Freund an, der wiederum nach unserer Straße googlete und ihm den Weg erklärte. Bis hier hin schon ein feiner Zug, aber es wurde noch besser. Die zwei haben uns dann bis zur Haustüre gebracht, obwohl es nicht auf ihrem Weg lag und auch noch ein Stückchen entfernt lag. Echt Hut ab, kennen wir leider nicht aus Deutschland. Die Unterkunft für die nächsten 2 Wochen lag in dem Viertel Crows Nest. Eigentlich ein nettes Viertel und nur 4 Stationen mit dem Zug vom Zentrum entfernt. Beeindruckend ist wirklich, dass wir hier in einer Millionenstadt leben und eigentlich nur im Zentrum einige Hochhäuser stehen. Crows Nest bestand fast nur aus kleinen, niedlichen Häusern. Vielleicht ähnlich wie in England. Fleißig besuchten wir nun 2 Wochen die Schule. Sehr interessant war es auf die verschiedenen Nationalitäten zu treffen. Es waren einige Europäer, einige Südamerikaner und Asiaten dort. Eigentlich gleichmäßig aufgeteilt. Wobei man muss uns deutsche ja echt loben, wir sprechen wohl das beste Englisch und werden alle sehr hoch eingestuft. Die meisten Südamerikaner und vor allem Asiaten werden weit unten eingestuft. Dort hat Desi auch ihren speziellen Freund Andrew getroffen.
Andrew isst gerne Hund und möchte Koala probieren. (Gott sei Dank ist das hier beides illegal). Von nun an war ihre Hauptaufgabe Andrew zu bekehren. Immerhin hat er jetzt schon einmal Nutella für sich entdeckt.
Bei unserer Gastfamilie haben wir nicht so viel erlebt. Jill lebt prinzipiell alleine. Sie hat ein Zimmer an eine Studentin oder Arbeitslose (haben wir noch nicht so richtig verstanden) vermietet. Diese ist aber fast nie da. Und Jill naja, wie sollen wir sagen, haben wir kaum gesehen. Sie geht ins Bett, da sind wir noch nicht aus der Schule zurück (das ist meistens so gegen 18 Uhr) und sie steht auf??? Keine Ahnung, da wir nämlich schon in der Schule sind (gehen so gegen 8.50 Uhr aus dem Haus). Also ist der Sinn und Zweck einer Gastfamilie leider verfehlt. Haben dort nicht so viel englisch reden können. Aber wenn wir Sie gesehen haben, war Sie schon sehr nett. Hat sich halt eher auf das Wochenende beschränkt.
Langsam mussten wir uns auch Gedanken machen wie unsere Zukunft hier unten so weitergehen sollte. Sydney gefiel uns super gut, aber wollten wir hier länger bleiben? Werden wir hier Arbeit finden? Wird es woanders besser sein? Wollen wir ein ganzes Jahr nur reisen und nebenher ein paar Gelegenheitsjobs machen? Jede Nacht eine andere Unterkunft? Oder doch lieber ein Camper ohne Dusche und Toilette?
Entscheidung ist gefallen. Und zwar für Sydney. Wir Dorfkinder fühlen sich hier in der großen Stadt eigentlich Pudelwohl und möchten dieses Leben hier erst einmal weiter genießen. Und es schaffen vielleicht einen vernünftigen Job für längere Zeit zu bekommen (macht sich für den Lebenslauf immer gut) und eine eigene Wohnung. Man wir wollten schon immer einmal in einer Großstadt leben (okay, eher Desi).
Also machten wir uns aktiv neben (teilweise auch während) der Schule auf Wohnungssuche. Auch dabei kann man in Australien viel erleben und auch wieder viel Neues dazu lernen. Voraussetzung für die Wohnung: Sie muss möbliert sein und zentral liegen. Das war gar nicht so einfach. Die Wohnungspreise sind hier horrend, sie liegen zwischen 350-450 $ für ein 1 Zimmer Appartement (leider pro Woche). Unsere erste Besichtigung war der pure Horror, 30 Leute schauten sich mit uns diese Wohnung an (oder eher ein vielleicht 15qm Loch). Sie lag im Central Business District, aber das war nicht das schlimme. Als ich das Zimmer sah waren meine ersten Worte: „Desi pack hier bloß nichts an!!!“, im englischen würde ich diese Wohnung wohl als „very shabby“ (von da Desi’s Lieblingswort) bezeichnen. Das Klo war so was von vollge…… Das da überhaupt jemand gewohnt hat. Kennt man höchstens aus dem TV. Ab da wurde es aber Gott sei dank besser. Die nächsten Wohnungen waren dann größer aber trotzdem irgendwie nicht unser Fall, viel zu alt. Am Donnerstag dann hatten wir endlich unsere Traumwohnung gefunden, schlappe 400 Bugs die Woche. Ein voll eingerichtetes kleines 35qm Appartement. Und das Beste: mit Blick auf den Hafen und das Meer. Na seid ihr jetzt neidisch????
Echt klasse Ausblick. Aber noch war sie nicht uns, erst mussten wir einmal einen Antrag stellen, die sind hier was Mietobjekte angeht sehr genau. Was die alles wissen wollten, echt der Wahnsinn. Also Seitenweise ausfüllen und dann haben wir echt gebangt, da es angeblich noch einen weiteren Bewerber gab. Und naja, wir sind Ausländer und bis dahin ohne Job. Aber während der Schulzeit kam freitags Morgen der erlösende Anruf. Wir haben das Apartment. Am Samstag konnten wir nach unserem Abschied bei der Gastmutter dann direkt einziehen.
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